Großschadenslage durch Tornados

„Durch eindringende warme Luft in Deutschland entsteht starker Wind. Daher kann es zu Orkanböen und auch Tornadobildung kommen“, war die erste Information, die der Zugtrupp des THW Ortsverbandes Heiligenhaus/Wülfrath bekam. Mit einer Alarmierung konnte somit am 16.11.2018 in den Abendstunden gerechnet werden.

Wenige Stunden später erfolgte diese. Der Einsatzauftrag lautete, dass es in einer Stadt aufgrund der Wetterlage zu Stromausfällen gekommen ist. Weiter sind durch den Sturm und mehreren Tornados Dächer abgedeckt und teilweise Häuser eingestürzt. Es werden zahlreiche Personen vermisst. Mit Schwerverletzten ist zu rechnen. Ein gemeinsames Ausrücken mit dem THW Ortsverband Mülheim ist erforderlich.

So machten sich der THW Ortsverband Heiligenhaus/Wülfrath mit den Kameraden aus dem THW Ortsverband Mülheim gemeinsam auf den Weg in das Großschadensgebiet.

Nach der Lageerkundung von zwei betroffenen Gebäuden, in völliger Dunkelheit begann die Fachgruppe Beleuchtung mit der Ausleuchtung der Einsatzstelle. Die Helfer/ -innen begaben sich in die betroffenen Gebäude und suchten nach Verletzten, die teilweise mit leichten Blessuren gefunden und an den Rettungsdienst übergeben werden können.

Weitere Verletzte befanden sich in den oberen Gebäudeteilen. Diese machten mit lauten Hilferufen auf sich aufmerksam. Ein Erreichen der Personen durch die Treppe im Gebäude war nicht möglich, da diese eingestürzt war. So mussten die Helfer/ -innen einen Weg von außen in das obere Stockwerk des Gebäudes finden.

Fenster wurden entfernt, sodass ein eindringen in das obere Stockwerk möglich war. Auch hier konnten mehrere Verletzte gefunden werden. Die Helfer/ -innen begannen mit Sofortmaßnahmen der ersten Hilfe und wirkten beruhigend auf die Verletzten ein.

Im weiteren Verlauf mussten die Helfer/ -innen einen Mauerdurchbruch vollziehen, da der Weg zu einer verletzten Person nicht möglich war. Zum Schutz der zu rettenden Person wurde kein schweres Gerät eingesetzt, sondern mit Handwerkzeug gearbeitet.

Eine Rettung aus dem Fenster war unumgänglich. Hierbei wurde die „Rettung über die schiefe Ebene“ eingesetzt.

Sodann konnten auch diese Verletzten an den Rettungsdienst übergeben werden.

In den späten Nachtstunden machten sich die rund 30 Helfer/ -innen wieder auf den Weg in die Ortsverbände und stellten ihre Einsatzbereitschaft wieder her.

Hierbei handelte es nicht um einen Realfall, sondern um eine Einsatzübung auf einem nahegelegenen Übungsgelände. Es gab keine realistischen Verletzten. Diese wurden von Junghelfer/ -innen beider Ortsverbände, als Verletztendarsteller simuliert.

Einige Monate bereiteten die Übungsleitungen der THW Ortsverbände Heiligenhaus/Wülfrath und Mülheim die Übung vor. Örtlichkeiten mussten gefunden und Übungsszenarien erstellt werden. Diese Übungen sind von enormer Wichtigkeit, da sie die Helfer/ -innen auf den Ernstfall vorbereiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Text u. Bilder: Michaela Donner, THW OV Heiligenhaus/Wülfrath

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