Fortbildung der Technischen Berater Hochwasserschutz und Deichverteidigung im Bereich der Naturgefahren

Vom 13.09.2018 bis zum 16.09.2018 hatten fünfzehn Technische Berater Hochwasserschutz und Deichverteidigung aus dem Landesverband NRW und ein Fachlehrer der THW Bundesschule in Hoya die Gelegenheit, eine Fortbildung an der Landesfeuerwehrschule Vorarlberg in Feldkirch (Österreich) zum Thema Umgang mit Naturgefahren zu besuchen.

Die Fortbildung knüpfte an die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Seminaren an der Rettungstruppenschule der Schweizer Armee aus den Jahren 2015 und 2016 an.

Die Länder Österreich und Schweiz verfügen bedingt durch ihre geografische und geomorphologische Lage über eine sehr große Einsatzerfahrung auf dem Gebiet der Naturgefahren und bieten aus diesem Grund auch spezielle Schulungen und Fortbildungen an.

Die Inhalte dieser Fortbildung erstreckten sich am ersten Tag in Form von Impulsvorträgen auf das Kennenlernen der ablaufenden Prozesse, der erforderlichen Gefahrenbeurteilungen vor Ort und möglicher Einsatzmaßnahmen bei Naturgefahrenereignissen wie zum Beispiel Sturzfluten, über die Ufer tretende Wildbäche und Rutschungen. Nach sehr interessanten Vorträgen zu den Themen wurde die vor Ort vorgehaltene technische Katastrophenschutzausstattung vorgestellt. Bei dieser Vorstellung konnten die Fortbildungsteilnehmer sehr pragmatische Transport- und Verlastungslösungen der Ausstattung kennenlernen.

Der zweite Tag begann mit einer Vorstellung der Hochwasserabwehr und -regulierung entlang des Alpenrheins. Entgegen der in NRW aus Einsätzen und Planübungen bekannten Vorlaufzeiten der Pegelstände die zum Teil einen Vorlauf von Tagen ermöglichen, besteht entlang des Alpenrhein nur eine sehr kurze Vorlaufzeit von Stunden. An diesem sehr knappen Zeitfenster orientieren sich alle Hochwasserabwehrmaßnahmen entlang der Deichstrecken. Überraschend für die Teilnehmer war auch, dass viele Gefahrenabwehrmaßnahmen nicht durch Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren durchgeführt werden, sondern unmittelbar auch eine Einbindung von Bauunternehmen mit entsprechender Technik vorgesehen ist. Der Tag schloss dann mit einer Planbesprechung im Gelände ab. Hier musste nach einer örtlichen Einweisung durch örtliche Kräfte ein mögliches Sturzflutereignis an einem Wildbach betrachtet werden. Die Planübung, welche in Kleingruppen stattfand, fasste noch einmal alle gewonnenen Erkenntnisse zusammen. Die Ergebnisse der Übung mussten abschließend der Seminarleitung vorgestellt werden.

Neben den fachlichen Vorträgen und Vorführungen nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit die österreichischen Gefahrenabwehrstrukturen kennen zu lernen. Die Fortbildung wurde von den Teilnehmern positiv bewertet, diente sie am Rande auch dem fachlichen Austausch untereinander.

 

 

 

 

 

 

 

Text: Volker Schauenburg, THW

Bilder: Martin Röllecke, THW

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