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Übung: Terroranschlag in Wesel |
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Veröffentlicht von P.Ketelhut am 06.08.2011 |
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| Kategorie: News >> Übungen |
(Wichtig: Der hier erwähnte Terroranschlag ist bzw. war nur eine Übung!)
Was lange währt, wird endlich gut. Nach wochenlanger Vorbereitung durch die Ausbildungsbeauftragten Marcus Großmann (OV Heiligenhaus/Wülfrath) und Frank Rehmann (OV Mülheim an der Ruhr) war es am 08.07.2011 endlich soweit. Die gemeinsame Übung auf dem Gelände "Kanonenberge" in Wesel konnte starten.
Die OV's haben sich um 18:30 Uhr im Mülheimer Hafen auf dem Parkplatz der Siemens/KWU getroffen. Dort wurde die Marschformation hergestellt und anschließend fuhren die Fahrzeuge beider OV's als geschlossener Verband gegen 19:15 Uhr zum Übungsgelände in Wesel. Schon die Anfahrt war ein Teil der Übung für alle Kraftfahrer, die sich mit der besonderen Belastung des Fahrens im geschlossen Verband und der zeitweisen Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerrechten vertraut machen sollten. Zeitgleich machte sich vom OV Olpe die Fachgruppe Ortung mit Suchhund Anton und seinem "Chef" Randolf Bölling auf den Weg nach Wesel.
Nach der Ankunft in Wesel um 20:30 Uhr wurden die Fahrzeuge aus Heiligenhaus/Wülfrath teilweise entladen, damit die Versorgungsgruppe ihre "wichtige" Aufgabe angehen konnte. Die Jugendgruppe aus Heiligenhaus/Wülfrath baute in der Zwischenzeit ihr Nachtlager auf.
Schon nach einer halben Stunde!!! gab es Wiener Würstchen und Kartoffelsalat. Nach dem Essen begaben sich die Fachgruppen zu ihren Fahrzeugen. Dort erwarteten sie den Anfang der Übung.
Gegen 23:00 Uhr wurden die wartenden Fachgruppen alarmiert und mit der Lage am Einsatzort vertraut gemacht. Nach einer vorab durchgeführten Erkundung durch den Zugtrupp des OV Heiligenhaus/Wülfrath konnte sich die Fachgruppe schon gut informiert zum Einsatzort begeben.
Übungsszenario war ein Terroranschlag im Stadtgebiet Wesel, bei dem mehrere Häuser, sowie auch ein vollbesetzter Linienbus betroffen waren. Mit einer Nebelmaschine wurde eine Gasgefährdung simuliert, sodass die Ersterkundung unter schwerem Atemschutz erfolgen musste.
Unmittelbar nach Eintreffen am Unglücksort begann die Fachgruppe Beleuchtung aus Heiligenhaus/Wülfrath gemeinsam mit der 2. Bergungsgruppe der OV Mülheim an der Ruhr unter Leitung von Gruppenführer Leo Tebbe die Schadenstellen und den Versorgungsplatz für die Verletzten auszuleuchten und mit Strom zu versorgen.
Die 1. und 2. Bergungsgruppe Heiligenhaus/Wülfrath und die 1.Bergungsgruppe Mülheim an der Ruhr hatten die Aufgabe, die Verletzten zu orten und mit den unterschiedlichen Bergungsmethoden aus den Trümmern zu retten. Tatkräftig unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit durch den Suchhund Anton.
Neben dem "Training" für die Bergungshelfer in den Trümmern sollten die Führungskräfte und Unterführer unter Ernstfallbedingungen geschult werden.
Insbesondere der Zugführer Daniel Kompalik vom OV Heiligenhaus/Wülfrath mit seinem Zugtrupp wurde als Einsatzleiter vor Ort durch einige spezielle Übungssituationen gefordert. So sollte unter anderem die Notfallrettung von im Einsatz verletzten THW-Helfern geprobt werden. Gestört wurden die Einsatzkräfte durch zwei ausgesprochen lästige Reporter, die sich auch durch gutes Zureden nicht davon abhalten ließen, bis in Trümmer vorzudringen. Wenn man sie links endlich verscheucht hatte, tauchten sie kurz darauf rechts wieder auf. Erst als man das Fahrzeug der beiden Reporter in eine Sackgasse gedrängt hatte, war endlich Ruhe.
Während der Bergung der Toten und Verletzen wurde ein zweiter Anschlag verübt, bei dem auch Helfer der Bergungsgruppen teilweise schwer verletzt wurden. Die 1.Bergungsgruppe des OV Mülheim der Ruhr unter der Führung von Gruppenführer Tobias Baecker ist beim Rettungsversuch der THW-Kameraden fast vollständig einem dritten Anschlag zum Opfer gefallen sind. Dieser Vorfall wurde am nächsten Morgen durch die vor Ort eingetroffene "Staatsanwaltschaft" untersucht. Unterstützt wurden die "Ermittler" von Volker Schauenburg (OV Mülheim an der Ruhr).
Die Übung wurde am frühen Samstagmorgen gegen 4:30 Uhr beendet.
Nach einer kurzen Nachtruhr ging es nach einem schnellen Frühstück mit der Ausbildung weiter:
Die Helfer wurden an Stationen Atemschutzgeräteträger, Einsatzgerüstsystem und Schmutzwasserpumpen ausgebildet. Für die Kraftfahrer stand als besonderes Highlight auf dem Programm: eine Fahrt über das nahegelegene Bundeswehrübungsgelände. Übungsschwerpunkt war hier die Befreiung und Bergung von festgefahrenen Fahrzeugen.
Nachmittags wurde das Szenario aus der Nachtübung in einer veränderten Schadenslage nochmals aufgegriffen. Ein Busfahrer hatte in der Weseler Innenstadt die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und dabei zwei Häuser völlig zerstört und drei Häuser schwer beschädigt. Hauptaufgabe für die Helfer war hierbei die stark unter Schock stehenden Fahrzeuginsassen bzw. Hausbewohner zu retten und zu bergen. Die Übungen vom Vormittag sollten hierbei nochmals vertieft werden. Ende der Übung war gegen 18:30 Uhr und die Einsatzbereitschaft der Einheiten und der Fahrzeuge wurde wieder hergestellt.
Und dann ging es los:
Das "Tüpfelchen auf dem i" war für die THW - Helfer der gemütliche Grillabend nach einem anstrengenden Tag. Es wurde nicht nur die Kameradschaft gefestigt, sondern es wurde auch ausgiebig über die gemeinsamen Erfahrungen der vergangenen 24 Stunden diskutiert. Spontan wurde auch noch ein Ballspielturnier zwischen den beteiligten Ortsverbänden organisiert. Ganz in THW-Manier wurde hier bei Einbruch der Dunkelheit eine vollständige Beleuchtung aufgebaut, die eines Bundesligastadions würdig gewesen wäre.
Das Wochenende in Wesel fand bei allen Beteiligten großen Anklang. Es wurde beschlossen, solch eine Übung zu wiederholen um den Kontakt zwischen den Ortsverbänden zu vertiefen.
Insgesamt kamen fast 100 Helferinnen und Helfer mit 14 Fahrzeugen zum Einsatz und das Ganze sogar ohne Unfall oder Verletzung.
Bericht: Tamara Markovic (BÖH Heiligenhaus/Wülfrath)
Rainer Wiebels (BÖH Mülheim an der Ruhr)
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